Ständiges Bestreben der Konsumgüterwirtschaft nach niedrigeren Kosten und höherer Verfügbarkeit beeinflusst die Arbeit in Verteilzentren von Fast Moving Consumer Goods (FMCG) stark. Lösungen mit Logistiktechnologie unterstützen diese Ziele, sie erreichen jedoch nicht in jedem Distributionszentrum die gleiche Produktivitätssteigerung und die gleichen Einsparungen. Aus diesem Grund beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der Entwicklung eines Bewertungskonzeptes, welches die Produktivitätssteigerung durch logistiktechnologische Lösungen und die damit verbundenen Einsparungen für Unternehmen unterschiedlichen Charakters ermittelt. Da eine technikorientierte Betrachtung nur die Eigenschaften der logistiktechnologischen Lösungen ermittelt, nicht aber die Gegebenheiten des jeweiligen Unternehmens berücksichtigt und somit nicht die dort möglichen Verbesserungspotentiale aufzeigen kann, betrachtet das Bewertungskonzept die Technik innerhalb der Prozesse in Verteilzentren von FMCG. Diese Prozesse müssen an Unternehmen angepasst und mit den dort auftretenden Zeiten und Durchführungshäufigkeiten in Verbindung gebracht werden. Basierend auf diesem Prozess kann nach Analyse der einsetzbaren Logistiklösungen ermittelt werden, welche Prozessschritte von logistiktechnologischen Lösungen unterstützt oder übernommen werden können und welche Produktivitätssteigerung sich daraus ergeben kann.

Ausgangssituation
Auf Grund des stagnierenden Marktes in der Konsumgüterwirtschaft und der daraus resultierenden Wettbewerbssituation herrscht in diesem Bereich ständiges Bestreben nach niedrigeren Preisen. Aber nicht nur der Preis steht bei den Kunden im Vordergrund, sie erwarten sich außerdem erhöhte Zusatzdienstleistungen und setzen ständige Verfügbarkeit der Produkte voraus. Um die Anforderungen des Kunden erfüllen und zugleich die Preise niedrig halten zu können, müssen die Kosten entlang der gesamten Supply Chain reduziert werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den dadurch auftretenden Herausforderungen für einen zentralen Punkt der Wertschöpfungskette, dem Verteilzentrum. Um bei geringem Bestand am Point of Sales Regallücken zu vermeiden, müssen Distributionszentren in der Lage sein auf zeitnahe Bestellungen schnell und fehlerfrei zu reagieren. Um diese Anforderungen erfüllen zu können, ist eine effiziente Gestaltung der logistischen Prozesse notwendig. Logistiktechnologie kann, durch die Verbesserung der Effektivität und der Effizienz der Prozesse, zur Beschleunigung von Prozessabläufen, zur Verkürzung von Reaktionszeiten und, durch die Reduktion manueller Tätigkeiten, zur Senkung von Fehlern beitragen. Somit bietet dies eine Lösung, um die oben erwähnten Ziele erreichen zu können. Inwieweit können die Ziele in einem bestimmten Unternehmen jedoch erreicht werden? Da die rein technische Betrachtung der Leistungsfähigkeit von logistiktechnologischen Lösungen keine unternehmensspezifische Ermittlung der Potentiale ermöglicht, ist es notwendig eine detaillierte Betrachtung des Unternehmens mit einzubeziehen. Dabei gilt es sowohl die Prozesse des jeweiligen Unternehmens als auch deren Einflussfaktoren zu berücksichtigen.

Ziel
Das Ziel dieser Arbeit ist es daher ein Konzept zu erstellen, welches die Ermittlung der Verbesserungspotentiale durch den Einsatz von Logistiktechnologie in Unternehmen unterschiedlichen Charakters unterstützt. Da eine technikorientierte Betrachtung von logistiktechnologischen Lösungen nur die Leistungsfähigkeit der Lösung selbst bestimmt, jedoch nicht berücksichtigt, wie gut sich diese für ein konkretes Unternehmen eignet, ist es notwendig die Ermittlung der Potentiale von der rein technischen Sicht zu lösen. Aus diesem Grund soll das Konzept auf den Prozessen von Verteilzentren von Fast Moving Consumer Goods (FMCG) basieren und die größten Einflussfaktoren dieser Prozesse berücksichtigen. Das Konzept soll nach kurzer Analyse der Gegebenheiten eines Unternehmens die auftretenden Veränderungen im Prozess des Distributionszentrums aufzeigen, dem Unternehmen einen Überblick über mögliche Einsparungen geben, die erwartete Fehlerreduktion begründen sowie die Amortisationsdauer der Investition ermitteln.

Umsetzung
Der Beginn der Arbeit widmet sich der Einleitung und der Abgrenzung von Begriffen, um einen Einblick in das Thema zu geben und ein allgemeines Verständnis themenspezifischer Begriffe zu schaffen. Darauf basierend werden Grundlagen des Themas in vier Kapiteln durch die Beantwortung folgender Fragen erarbeitet:

  • Wodurch definieren sich Fast Moving Consumer Goods?
  • Welche Anforderungen an Verteilzentren und die dort verwendete Logistiktechnologie ergeben sich daraus?
  • Wie sehen die Prozesse in Verteilzentren von FMCG aus?
  • Welche Kosten treten dort auf und sind somit im Bewertungskonzept zu berücksichtigen?
  • Was muss die ausgewählte Logistiktechnologie erreichen können?
  • Wie können diese Parameter ermittelt und bewertet werden?
  • Welche Prozessschritte können durch den Einsatz von Logistiktechnologie automatisiert werden?

Diese vier Kapitel verfolgen das Ziel die notwendigen Informationen zur Beantwortung der Forschungsfrage aufzubereiten, welche wie folgt lautet: Wie kann die Ermittlung der Potentiale von logistiktechnologischen Lösungen für FMCG-Verteilzentren unterschiedlichen Charakters vorbereitet werden, um diese durch kurzen Einblick in ein Unternehmen durchführen zu können? Diese Forschungsfrage wird durch die Erstellung des Bewertungskonzeptes beantwortet. Um den Lesern eine Einführung in das Bewertungskonzept zu geben wird im siebten Kapitel erklärt, wie das Bewertungskonzept erstellt wurde und welche Annahmen und Entscheidungen getroffen wurden. Das achte Kapitel enthält die für das Bewertungskonzept notwendigen Dokumente und die damit verbundenen Erklärungen. Im neunten Kapitel wird die Anwendbarkeit des Bewertungskonzeptes an einem Unternehmen getestet. Die Resultate, für die in der Praxis vergleichbare Größen ermittelt werden konnten, werden dort präsentiert. Das letzte Kapitel betrachtet das Bewertungskonzept sowie dessen Nutzen und Schwachstellen in kritischer Form.

Ergebnis
Das Bewertungskonzept schlägt einen Prozess für Verteilzentren von FMCG vor, welcher leicht durch zusätzliche Prozessschritte ergänzt werden kann. Dieser muss durch Größen, wie Zeiten der Prozessschritte oder Häufigkeiten durchzuführender Prozessschritte, ergänzt werden. Daraufhin vergleicht das Bewertungskonzept den gegebenen Prozess mit den durch Logistiktechnologie möglichen Prozessen und ermittelt folgende Punkte -

  • die auftretenden Veränderungen im Prozess des Distributionszentrums,
  • mögliche Einsparungen,
  • die erwartete Fehlerreduktion und
  • die Amortisationsdauer der Investition.

Durch diese Vorgehensweise bereitet das Bewertungskonzept eine Grundlage für die Ermittlung der Potentiale von logistiktechnologischen Produkten vor und ermöglicht gleichzeitig die Anpassung an die unternehmens-
spezifischen Gegebenheiten.

Arbeitsstunden
keine Angaben

Projektleitung
Maria Sonnleitner, http://www.vnl.at

Unternehmen
LOGIM Software GmbH, http://www.logim.at

Kontakt
Administrator, johann.laglstorfer(at)vnl.at

Bereich
Logistikdienstleister

Themenfeld
Logistiktechnologie