Der österreichische Borealis Konzern wurde im Jahre 1994 gegründet und ist heute einer der führenden Polyolefinproduzenten Europas. Der Konzern produziert jährlich mehr als drei Millionen Tonnen Polyolefine. Die zum Teil in eigenen Crackern erzeugten Olefine werden als Vorprodukte für die Polyolefin-Anlagen der Borealis-Gruppe verwendet. Die erzeugten Kunststoffgranulate haben unterschiedliche Anforderungsprofile zu erfüllen. Borealis entwickelt gemeinsam mit der Markenartikelindustrie innovative Lösungen für den Verpackungsbereich, z.B. Folien und Mehrwegsysteme. Mit der Auto-, Elektronik- und Elektroindustrie werden Lösungen für leichte Bauteile aus Kunststoff erarbeitet.
Ausgangssituation
Die jetzige Situation bei den Polyolefinen-Produzenten sieht so aus, dass der überwiegende Teil der Unternehmen ihre Produkte nach der Herstellung und anschließend Abfüllung der Polyolefine mit einer Chargennummer kennzeichnen. Diese Kennzeichnung ist ein maschineller Aufdruck auf die jeweilige Verpackungseinheit (Sack oder Octabine). Zum Teil ganz andere Identifikationstechniken verwenden die Polyolefin-Verarbeiter, die ihre fertigen Produkte mehrheitlich mit Chargennummern kennzeichnen, zusätzlich aber noch Barcodelabels an ihren Verpackungseinheiten anbringen. Dieses Anbringen von Barcodelabels entspricht einerseits der Forderung der nachgelagerten Unternehmungen und des Handels, aber auch andererseits um selbst transparente Prozesse zu haben. Darunter kann zum Beispiel ein erfolgreiches Lagermanagement mit einer bestmöglichen Ausnutzung der Lagerfläche verstanden werden. Vernachlässigt von einer solchen Miteinbeziehung bleiben leider oft die Polyolefin-Produzenten und Rohstofflieferanten. Hier stellt sich nun die Frage, ob eine durchgängige Identifikation bei einer Polyolefin-Lieferkette Sinn machen würde?
Ziel
Ziel ist nicht nur Veränderungen, die sich bei einer Implementierung eines modernen Identifikationssystems in der Polyolefin-Industrie ergeben, darzustellen, sondern auch in weiterer Folge Optimierungspotentiale, die innerbetrieblich sowie unternehmensübergreifend dadurch bestehen, aufzuzeigen. Weiters wird durch Unternehmensbefragungen der Polyolefin verarbeitenden Unternehmen die aktuelle Situation verdeutlicht. Hier werden neben den Erhebungen die Auswirkungen und Chancen, die sich bei einer Implementierung eines Auto-ID Systems ergeben, für die Polyolefin-Lieferkette durch umfangreiche Analysen von branchenverwandten Lieferketten und Expertengesprächen dargestellt. Diese Erkenntnisse sollen Möglichkeiten und Potentiale, die mit einer Nutzung eines Auto-ID Systems verbunden sind, aufzeigen und den daraus zu gewinnenden Wettbewerbsfaktor unterstreichen.
Umsetzung
Zu Beginn wurden die internen Logistikprozesse des Borealis Konzerns untersucht. Darauf folgend wurden diese auf Veränderungen in Bezug auf ein modernes Identifikationssystems (Automatic Data Carrier) analysiert. Unternehmensbefragungen von den verschiedensten Firmen verdeutlichten die aktuelle Situation in der Polyolefin-Industrie und zeigten wo Optimierungspotentiale vorhanden sind.
Umsetzung
Die für die Polyolefin-Industrie in Frage kommenden modernen Identifikationsverfahren (Barcode und RFID) sind vom Aufbau und Umfang ihres Leistungsspektrums grundlegend verschieden und haben sowohl ihre Stärken als auch Schwächen. Ein Grundverständnis über die Funktion und die technischen Komponenten hilft, die beiden Technologien zu verstehen. Durch die Hilfe eines modernen Identifikationssystems ist es möglich, die internen Prozesse transparent und durchgängig zu machen. Anhand eines Beispiels in der Polyolefin-Industrie wird verdeutlicht, welche Auswirkungen sich durch eine Implementierung eines modernen Identifikationssystems für die Firma Borealis GmbH ergeben. Weiters zeigen Überlegungen, inwieweit die beteiligten Unternehmen von einer derartigen Technologie profitieren können und wo Optimierungspotentiale zum Vorschein kommen, damit eine adäquate Entscheidung getroffen werden kann. Ansätze geben zu verstehen, wie wichtig eine durchgängige Identifikation in der Supply Chain ist und für welche anderen Systeme und Optimierungstools diese unterstützend sein kann.
Arbeitsstunden
rund 700
Projektleitung
Dr. Richard Schölm, http://www.borealisgroup.com/linz/
Unternehmen
Borealis GmbH, http://www.borealisgroup.com/linz/
Kontakt
Orion Kronsteiner, orion.kronsteiner(at)gmail.com
Bereich
Produktion
Themenfeld
Optimierungskonzepte


