Auf dem Weg zu einem gemeinsamen, modernen Logistik-Verständnis haben über 70 Experten aus 24 Topunternehmen und vier Bildungseinrichtungen in drei Workshops die wechselseitigen Anforderungen an die unterschiedlichen Bereiche (Beschaffung, Produktion, Distribution, Planung und Controlling) diskutiert und in wesentlichen Fragen zur Unternehmenswertsteigerung konkrete, gemeinsame Ergebnisse erreicht. An dieser Stelle ein kurzer Überblick über die Chancen und Lösungsansätze an den Nahtstellen, alle Ergebnisse der Workshops auf www.vnl.at im Mitgliederbereich.

Während große Betriebe bereits einen sehr hohen Grad der Lieferantenintegration realisiert haben, überwiegt bei KMU noch ein sehr traditionelles Beschaffungsverständnis mit gewachsenen Strukturen. Der Austausch von Informationen zwischen Lieferanten auf der einen Seite und der Produktion auf der anderen Seite findet zwar statt, eine strukturiere Einbindung in die Planung ist jedoch noch nicht realisiert.

Als mögliche Maßnahmen auf dem Weg von der Schnittstelle Beschaffung/Produktion zur Nahtstelle wurden im Workshop folgende Punkte diskutiert:

  • Planänderungen seitens der Produktion nur nach Rücksprache mit der Beschaffung.
  • Laufendes Monitoring des Lieferstatus (besonders bei Teilen mit sehr langen Lieferzeiten) und Information an die Produktion.
  • Regelmäßige Planungsmeetings und entsprechend flexible ERP-Systeme.
  • Aufbau einer Qualifikationsmatrix der dispositiven Mitarbeiter.
  • Bandgerechte Bündelung der Anlieferung, ähnlich einem Cross-Docking.
  • Prozesskostenrechnung bis zum Verbauort (Total Cost of Ownership)

Für die bandgerechte Bündelung und Anlieferung der Ware soll ein Dienstleister zwischengeschaltet sein, wobei für derartige Entscheidungen eine Prozesskostenbetrachtung unerlässlich ist.


Wertsteigernde Maßnahmen wurden in der Schnittstelle Vertrieb/Produktion u.a. in der Gegenüberstellung Anteil nachgefragter Engpasskapazität und Deckungsbeitrag pro Engpasseinheit mit der Aufarbeitung folgender Fragen erörtert:

  • Was müsste der Vertrieb tun damit sie bei gleicher Jahresabsatzmenge geringere Kosten vorweisen können?
  • Bei mehreren Vertriebskanälen/Vertriebsorganisationen: Welcher/Welche ist für die Produktion vorteilhafter und warum?
  • Mit welchem Produkt "verdienen" sie am meisten Geld und warum? Was kann der Vertrieb beitragen dass das so bleibt? Was kann die Produktion beitragen dass das so bleibt?
  • Mit welchem Produkt "verdienen" sie am wenigsten Geld und warum? Was kann der Vertrieb beitragen dass sich das verbessert? Was kann die Produktion beitragen dass sich das verbessert?

Was müsste der Vertrieb tun damit Sie bei gleicher Jahresabsatzmenge weniger Kapazitätsprobleme haben?
Neben einer abgestimmten Strategie für Themen wie Mengenplanung, Durchlaufzeit, Flexibilität ist eine verbindliche Bedarfsdefiniton unerlässlich.

Um eine rechtzeitige Bedarfsinformation in der Beschaffung sicherzustellen, werden

  • ein funktionierendes ERP-System,
  • stabile Vertriebsprogramme in Verbindung mit entsprechenden Prognosesystemen
  • die örtliche und organisatorische Zusammenlegung des Verkaufsinnendienstes und der Beschaffungsdisponenten sowie regelmäßige Treffen zum Abgleich mit allen Beteiligten dringend empfohlen.

Ein regelmäßiger Jour-fixe der Bereiche Produktion, Planung, Controlling, Einkauf und Vertrieb und die gemeinsame Erstellung eines Jahresplans ist ein weiterer Aspekt zur Schaffung eines gemeinsamen Logistik-Verständnisses.

        
                   
          
Sponsor der Arbendveranstaltung:
Dietmar Schmickl (SCHENKER & CO AG)

Partner der Veranstaltung:
SAP, Schenker & CO AG, [unit]-IT

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