Am Montag, dem 12. Oktober 2009 ging es im VNL-WEST Best Practice Forum in Kooperation mit dem Management Center Innsbruck um die innovativen Logistikkonzepte des Handels. Im Speziellen wurden die Logistikkonzepte des bauMax durch Geschäftsführer Dr. Alexander Wiegele betrachtet. Im Allgemeinen beleuchtet wurde die Ableitbarkeit von Logistikkonzepten des Handels für andere Branchen von Prof. DI. Dr. mont. Siegfried Augustin, seines Zeichens Fachmann für Logistik- und Prozessmanagement.
Dr. Wiegele, Geschäftsführer der bauMax Import & Logistik in Wien führt im zentralen Logistikcenter ca. 200 MitarbeiterInnen und ist für die Verwaltung von über 37.000 Artikeln verantwortlich. Seine täglichen Herausforderungen definiert er als "Distribution in Reinkultur". "Wir machen keine komplizierten Dinge. Die Devise bei bauMax heißt: Einfache Dinge zuverlässig erledigen.", so der Geschäftsführer, welcher Logistik eindeutig zur Chefsache erklärt hat. "Wir sind um eine zentralisierte Abwicklung bestrebt - aber nur so lange sie vernünftig ist", meint Wiegele, wenn er darüber spricht, dass in etwa die Hälfte des bauMax Sortiments direkt von den Lieferanten in die Märkte geliefert wird und die andere Hälfte über das Logistikzentrum in Wien distribuiert wird. "Wir suchen die Partnerschaft mit unseren Lieferanten, damit wir die Logistik optimieren und das Ziel der "Cheapest Supply Chain" erreichen können.", betont Wiegele die Philosophie bei bauMax. So wird im bauMax Logistikzentrum für über 70 Lieferanten kommissioniert. "Für viele Lieferanten ist es einfach zu aufwendig ist, viele kleine Ladungen direkt an die bauMax Märkte zu senden. Außerdem können wir durch Warenkonsolidierungen und Hubs Synergien nutzen, die nicht nur Zeit und Geld, sondern auch Emissionen einsparen." Erklärt Wiegele den Hintergrund, warum Cross Docking bei bauMax eine so große Rolle spielt. Aber nicht nur Partnerschaften mit Lieferanten machen die bauMax Logistik so erfolgreich, ist doch bauMax gemeinsam mit REWE, COOP und RantaKesko die drittgrößte Einkaufskooperation in ganz Europa.
Des Weiteren sprach Wiegele auch über die laufenden Anpassungen der Informationssysteme an die physischen bauMax Prozesse, um ein nicht fehlertolerantes System zu etablieren, das entscheidend zur Lieferzuverlässigkeit und -fähigkeit beiträgt. "Die IT ist inzwischen ein wesentlicher Bestandteil der Logistik geworden", erzählt Wiegele und erläutert gleichzeitig auch die Planung des ersten bauMax Internetshops in der Türkei. Auf Grund der Weitläufigkeit des Landes eine dringliche Notwendigkeit. Aber auch bauMax Logistikprojekte, wie die Vollauslastung der Transportmittel zu nutzen führt er detailliert aus. "Wir arbeiten ständig an der Verlade Optimierung und überlegen uns wie wir diese durch großvolumige Ladehilfsmittel und passende Bedarfsprognosen erreichen." Hierbei erwähnt der Vollblut-Logistiker auch die Wichtigkeit des abteilungsübergreifenden Prozessdenkens und das Thema Marktforschung und Absatzplanung.
Im Anschluss an die Best-Practice Einblicke in das internationale Handelsunternehmen übernahm Prof. DI. Dr. mont. Siegfried Augustin, Fachmann für Logistik- und Prozessmanagement, das Wort und betrachtet die Kernprozesse der Handelslogistik, um darauf aufbauend konkrete Handlungsempfehlungen für andere Branchen abzuleiten. Auch er sprach über die gemeinsame Planung, Prognose und das Bestandsmanagement und ging auch auf die generellen Trends in den Funktionen Auftragsabwicklung, Distributionsstruktur, Lagerhaltung, Verpackung und Transport der Distributionslogistik ein. Augustin bezog auch das Thema "Strategic Management" in seinen Vortrag mit ein und warnte davor, die Übertragung der Strategien von der Top-Ebene auf die operative zu vergessen. "Die Logistik muss von oben nach unten gestaltet werden, ohne dabei die Anregungen und Anforderungen von unten außer Acht zu lassen", so Augustin eindrücklich. Die Organisation solle außerdem nach Prozessen ausgerichtet werden und die herkömmlichen Aufbauorganisationen step-by-step der Vergangenheit zugeordnet werden. Augustin referierte auch über die Notwendigkeit der Prozessbeherrschung und legt den Unternehmen nahe, jeden einzelnen Prozess fortlaufend zu beobachten, zu messen und zu reflektieren. "Zur Beherrschung der Prozesse gehört auch die Qualifikation und Kompetenz der Mitarbeiter. Diese darf auch in der Lagerhaltung nicht ignoriert werden. Unternehmen unterschätzen oft die Rentabilität von qualifizierten Arbeitskräften. Doch diese zahlt sich am Ende aus.", gibt Augustin abschließend mit auf den Weg.
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Die Veranstaltungsreihe "VNL Best Practice Forum Tirol" ist eine Kooperation zwischen der VNL Regionalgruppe WEST und dem Management Center Innsbruck.












