Großen Anklang fand die am 20. Januar statt gefundene Veranstaltung des Verein Netzwerk Logistik im WIFI Dornbirn zum Thema "Das Los eines internationalen Just-in-time Lieferanten". Referiert hat Mag. Peter Pfanner, der als Geschäftsführer Einblicke in die Logistikprozesse der Hermann Pfanner Ges.m.b.H. gewährte.

Speziell im Lebensmittelbereich sind Unternehmen vermehrt vor die Herausforderung der Just-in-Time Belieferung gestellt, da der Handel immer weniger Bereitschaft zeigt, die Lagerführung zu übernehmen. Mit einem Sortiment bestehend aus 800 verschiedenen Produkten beliefert Pfanner inzwischen 70 Länder weltweit und generierte 2008 damit einen Umsatz von EUR 235 Mio. Die Steuerung der insgesamt vier Produktionsstandorte sowie der sieben für den Vertrieb zuständigen Auslandstöchter erfolgt ausschließlich zentral über das Headquarter in Lauterach. Pfanner steht zum Standort Österreich und produziert 70 % der Produkte im Inland. Insgesamt sind in Österreich 350 Mitarbeiter beschäftigt. Als Produktionsunternehmen mit komplexen logistischen Prozessen in einem Umfeld, das hohe Flexibilität verlangt, setzt Pfanner auf entsprechende IT-Unterstützung. Speziell bei Planungsaufgaben sind unterschiedlichste Erntezyklen und -schwankungen zu beachten. Hinzu kommt die Heterogenität der Märkte bzw. der Fruchtsaft-Geschmäcker. Gekoppelt an die Produktionsplanung steht dadurch der Einkauf immer wieder vor der Herausforderung, dass Lieferqualität und-mengen sowie Preise schwer vorher zu sagen sind. Dennoch muss für die Kunden gleichbleibender Geschmack und stabiler Preis gewährleistet werden. - Hier kommt die Lagerhaltung ins Spiel. Von der Obstplantage bis zur Auslieferung des fertigen Produktes - ein langer Weg - den es logistisch zu optimieren gilt - um als Just-in-Time Lieferant langfristig zu bestehen.

Vor der Zukunft hat der Pfanner Geschäftsführer keine Angst, so kann er einer soliden und im positiven Sinne konservativen Arbeitsweise viel abgewinnen und sieht dies als Basis für den Fortbestand des Unternehmens. Durch die Bearbeitung vieler Länder ist die Abhängigkeit von einem einzigen, großen Markt nicht gegeben und Pfanner setzt auch künftig, trotz Finanzkrise, auf die Eroberung neuer Märkte. Wichtig ist für Pfanner auch das Privileg "nein sagen zu können". "Von Partnerschaften statt von Kunden-Lieferanten-Beziehungen im herkömmlichen Sinne profitieren langfristig beide Seiten.", betont Pfanner seine Sicht der Nachhaltigkeit.

In der im Anschluss durchgeführten Podiumsdiskussion bekräftigten auch Ing. Alfred Frühwirth, Leiter Betriebsführung (Operations & Maintenance) der DCC Doppelmayr Cable Car GmbH & Co und Willibald Nigsch, Vorsitzender Landesgruppe Vorarlberg - Zentralverband Spedition & Logistik, dass in Anbetracht der Finanzkrise vorsichtig, jedoch mit einer gehörigen Portion Optimismus agiert werden soll. Aufgefallen ist den Diskussionsteilnehmern vor allem, dass in Monaten der negativen Berichterstattung durch die Medien, die Konsumausgaben zurückgingen, sich aber danach wieder beruhigten. Die Auftragslage sei derzeit in ihren Unternehmen sehr gut und die Krise in der so genannten Realwirtschaft auch stark psychologisch bedingt.