Frankfurt am Main. Februar 2011. Auf der diesjährigen LogiMAT in Stuttgart in der vergangenen Woche stellten der Verein Netzwerk Logistik (VNL), die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), das Wirtschaftsmagazin BUSINESS+LOGISTICS (B+L) sowie das internationale Supply-Chain-Beratungshaus Miebach Consulting ihre gemeinsame Studie über den Produktions- und Logistikstandort Österreich im Rahmen einer Podiumsdiskussion vor.
Österreichische Befragte halten in schwierigen Zeiten an ihren Mitarbeitern fest
Die Studie spricht von einer insgesamt positiven Grundstimmung bei den mehr als 130 Teilnehmern aus unterschiedlichen Branchen. Kritik äußerten die Befragten vor allem an der derzeitigen Arbeitsmarktsituation. Den Studienmachern zufolge ist die negativ wahrgenommene Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte ein Grund dafür, dass nur 8 Prozent der österreichischen Befragten Nachfrageschwankungen über Personalanpassungen ausgleichen. 37 Prozent der Teilnehmer haben angegeben, dass sie diesbezüglich stärker mit flexiblen Arbeitszeitregelungen arbeiten. Etwa 46 Prozent der Befragten wirken Nachfrageschwankungen mit Bestandsanpassungen entgegen.
Signifikante Einsparpotentiale in der Logistik vermutet
Mit Blick auf den untersuchten Einsatz von Logistikmethoden, erklärte Jürgen Hess, CEO der Miebach Consulting Gruppe, dass die österreichischen Unternehmen die identifizierten Einsparpotentiale in den erfragten logistischen Disziplinen noch nicht ausgereizt hätten. So gaben 71 Prozent der Studienteilnehmer an, durch den Einsatz von Lean-Methoden ließen sich zwischen 5 und 10 Prozent der Kosten in Produktion und Logistik einsparen. In Bezug auf verschiedene Beschaffungsmaßnahmen sprachen 53 Prozent ebenfalls von einem Potential zwischen 5 und 10 Prozent.
"Interessant ist in diesem Zusammenhang aber, dass ein Großteil der Befragten derzeit auf Ladungsträgerstandardisierung und Lieferantenmanagement setzt, während andere Maßnahmen wie die engere Zusammenarbeit mit Lieferanten oder die Anlieferstandardisierung von nur etwa 25 Prozent der Befragten genutzt werden", so Hess.
Kooperationen lohnenswert, jedoch nur verhalten genutzt
"Kooperationen sind unseren Befragten zufolge eine gute Möglichkeit Kosten einzusparen. Immerhin sprechen gut 63 Prozent unserer Befragten von Einsparungen bis zu zehn Prozent. Nur rund ein Viertel der Befragten arbeitet allerdings aktiv mit dem Instrument Kooperation", so Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr der WKÖ. Mehr als die Hälfte der Befragten werteten bisher eigegangene Kooperationen mit Lieferanten als Erfolg. Auch die Zusammenarbeit mit Nicht-Wettbewerbern wurde eher positiv bewertet. Wettbewerbskooperationen wurden von über 60 Prozent der Befragten jedoch als wenig erfolgreich bewertet.
"Ähnlich verhalten werden auch Kooperationen im deutschen Unternehmensumfeld betrachtet. Unserer Erfahrung nach liegt dies häufig an der mangelnden Erfahrung bei der Vorbereitung und Bewertung von Kooperationen und auch daran, dass es Kooperationswilligen insgesamt schwer fällt einerseits einen passenden Partner zu finden, andererseits aber auch das nötige Vertrauen aufzubauen", kommentiert Hess den Befund.
Eine detaillierte Vorstellung der Befragungsergebnisse soll im April in Wien folgen. Vorab kann der vollständige Ergebnisbericht bei Miebach Consulting abgerufen werden.
Die Studie steht Ihnen hier zum Download bereit.







