Bereits zum dritten Mal fand heuer am 15. April der internationale Tag der Logistik statt. Mit über 600 TeilnehmerInnen allein in Österreich wurden zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt. SchülerInnen und Studierende sowie die Öffentlichkeit haben die Berufssparte Logistik kennen gelernt und an spannenden Aktivitäten teilgenommen. In Vorarlberg luden Prof.(FH) Dipl.Wirt.Ing. Bernhard Blessing und Prof.(FH) Dipl.Wirt.Ing. Gunter Olsowski vom Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen 33 SchülerInnen der HTL Dornbirn der Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen ein, um an der FH Vorarlberg ein Logistik-Planspiel durchzuführen.

Im Rahmen des so genannten "BeerGame" übernahmen die SchülerInnen verschiedenste Rollen und Funktionen. Sie simulierten eine Versorgungskette angefangen bei den Kunden, über Einzelhändler, Großhändler, und Distributionszentren bis hin zum Hersteller - der Brauerei. Bei Präsentation und Analyse des Endergebnisses, reagierten die Nachfrager mit Unverständnis auf die großen Schwankungen, die sich vom tatsächlichen Konsumentenmarkt, bis zur Brauerei aufgeschaukelt hatten. Das Ergebnis des Spiels zeigte den Bullwhip-Effekt in seiner deutlichsten Form. Das Phänomen, dass Bestellungen nach der ersten Stufe, dem Handel, in keinem logischen Zusammenhang mehr mit der Nachfrage des Marktes stehen, ist jedoch in der Praxis keine Seltenheit.

Einzig der Einzelhändler ist im Stande eine auftragsbezogene (pull) Distribution auszuführen - die Distribution, welche sich an der tatsächlichen Nachfrage am Markt orientiert, ist jedoch bereits ab dem nachfolgenden Glied nicht mehr möglich. Die Versorgungskette ist ab dem Großhändler eine auftragsneutrale (push) Distribution bzw. Produktion. Auf Grund Voraussagen, die auf den Bestellungen der vorgelagerten Stufe basieren, werden scheinbar rationale Bestell- und Produktionsentscheidungen getroffen. Jedoch hat jede Stufe ihre eigene, sehr subjektive Prognose, die der tatsächlichen Nachfrage des Kunden hinterherhinken, daher kommt es zu Überreaktionen auf Niveauveränderungen. Entlang der Kette wird diese Art der Überreaktion aufgeschaukelt und führt zum Bullwhip-Effekt.

Eine Supply Chain, die diesem Effekt unterliegt, führt zu schlechtem Lieferservice, unnötigen Lagerbeständen und verlorenen Einnahmen bzw. Kunden. Durch Verbesserung der Kommunikation und Zusammenarbeit der Unternehmen kann der Bullwhip-Effekt minimiert werden, sodass es zu einer Senkung der Logistikkosten und einer Erhöhung der Kundenzufriedenheit kommen kann.

"Solche Planspiele machen Prozesse im Supply Chain Management für uns greifbar. Wir kennen den Bullwhip-Effekt zwar aus dem Unterricht - das Phänomen jedoch quasi 'live' zu erleben, lässt uns die Theorie und die Entscheidungen, die dazu führen, besser verstehen. Denke dieses Spiel werden viele von uns  als langfristig bleibende Erfahrung mitnehmen.", so Christian Kaar, der im Spiel aktiv den Part der Brauerei übernommen hatte.

 

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