Am 16. Oktober fand das VNL Best Practice Forum zum Thema "Vom klassischen Stahlhandel zum Logistikdienstleister" statt. Der Vortrag mit Firmenbesichtigung von und bei der EHG Stahlzentrum in Dornbirn wurde von Mag. (FH) Christian Rüf, Assistenz der GF durchgeführt. Das 1964 aus einem Zusammenschluss von 4 kleinen Eisenhändlern hervorgegangene Unternehmen ist kräftig gewachsen. Die EHG Gruppe erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von 180 Mio. EUR und beschäftigte 185 MitarbeiterInnen. Das Unternehmen zählt heute zu den größten Stahl- und Metallhändlern Österreichs.
Die EHG nimmt die Vermittlerrolle im Stahlhandel sehr ernst. Auf der einen Seite die Stahlhersteller, die möglichst große Volumina verkaufen wollen, lange Laufzeiten präferieren und auf Mengeneffekte setzen - auf der anderen die KMUs am Markt, welche für ihre kleineren Aufträge meist bereits angearbeitete Produkte benötigen, kurze Vorlaufzeiten haben und eine schnelle und flexible Reaktion vom Lieferanten fordern. "Unsere Existenzberechtigung als Stahlhändler ist der Ausgleich dieser konträren Bedürfnisse.", so Rüf über die Herausforderungen der Händler-Branche.
"Wir sind vom Tonnendenken weg gekommen.", erzählt Rüf, "Losgrößen und Positionsgewichte werden immer kleiner". Die EHG begegnet den Bedürfnissen der inzwischen über 2.000 Kunden als Komplettanbieter. Mit einem Produktsortiment von rund 10.000 Artikeln in mehr als 100 Qualitäten und einem Lagervolumen von rund 25.000 to Material in Form von Trägern, Stabstahl, Rohren, Hohlprofilen, Stahlblechen, Blankstahl, Qualitätsstahl, Edelstahl und NE-Metalle.
Sortimentsbreite allein reicht aber nicht aus, um Kunden zu befriedigen. Nur wenn sich ein Kunde auf pünktliche Lieferungen verlassen kann, wird er in die Lage versetzt, seine Produktion effektiv zu planen. Reibungslose und zuverlässige Abläufe sind daher bei jeder Auftragsabwicklung der entscheidende Erfolgsfaktor.
"Wir sehen uns Dienstleister für unsere Kunden.", bringt Rüf den Aktionsraum der EHG auf den Punkt. "Wir übernehmen nicht nur einen Teil der Wertschöpfung für unsere Kunden, sondern in vielen Fällen auch die Informationslogistik bzw. die Umsetzung der physischen Prozesse mittels IT." So ist die EHG mit den PPS verschiedener Kunden verbunden und vollbringt dort eine vollautomatische, elektronische Auftragsabwicklung. Kunden der EHG haben auch die Möglichkeit mittels Kundenkalkulator selbst ihre Angebote zu erstellen um so noch flexibler und zeitunabhängiger agieren können. Für jene Kunden, für die eine lückenlose Rückverfolgbarkeit eines jeden verarbeiteten Teiles gegeben sein muss, verwaltet die EHG auf Wunsch auch das gesamte Werkzeugnisarchiv, worauf die Kunden via Web Account jederzeit zugreifen können.
"Logistik bedeutet bei EHG einen Teil der Wertschöpfung des Kunden zu übernehmen und zusätzliche Services speziell im Bereich E-Commerce anzubieten.", beschreibt Rüf den EHG Schlüssel zur erfolgreichen Kundenbindung.







