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27
Jul
2020

Kostenloses Schulungsangebot für Logistik-Dienstleister


Die Universität Innsbruck, die FH Oberösterreich, die FH Salzburg, die JKU Linz, V-research und der Verein Netzwerk Logistik haben ein spannendes Schulungsprogramm für Logistikunternehmen zusammengestellt.

„Autonomes Fahren“, „Green and Smart Logistics“ und „Last Mile“ werden neben vielen weiteren Themen bearbeitet. Als Ziel der Initiative soll das neu erworbene Wissen mit Unterstützung in den teilnehmenden Unternehmen umgesetzt werden.

Die Schulungen sind kostenlos. Sie bekommen zusätzlich die Lohnkosten von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG gefördert.

Initiative „Qualifizierungsnetz – Digitalisierung und eCommerce in einer nachhaltigen Güterlogistik (DeNaLog)“

Hintergrund: Langsame Veränderung in der Güterlogistik

Preis, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bestimmen in der Logistikbranche, wie Güter transportiert werden. Die Wünsche des Kunden nach Nachhaltigkeit, der Erfolg des eCommerce und die Digitalisierung bringen immer neue Herausforderungen. Neue Technologien werden jedoch erst dann eingesetzt, wenn sie einen positiven Kosten‐Nutzen‐Effekt oder Umsatzwachstum versprechen. Veränderungen in der nachhaltigen Güterlogistik benötigen daher oft sehr lange.

Weiterbildung für Mitarbeiter

Ziel dieses Qualifizierungsnetzwerkes ist es daher, Mitarbeiter*innen von Logistikdienstleistern forschungsorientiertes Wissen und Case Studies (best practice) in folgenden Bereichen zu vermitteln:

  • nachhaltige Transportketten und ‐netzwerke
  • „Last Mile“
  • intermodale Knotenpunkte
  • Green and Smart
  • Logistics
  • Safety and Security
  • Informations‐ und Kommunikationstechnologien
  • Antriebstechnologien
  • Fahrzeugsysteme

Umsetzung im eigenen Unternehmen

Für alle Unternehmen wird es die Möglichkeit geben, das Wissen in Form von begleiteten Transferprojekten ins Unternehmen zu übertragen. Bei den Transferprojekten wird insbesondere auf eine gemeinsame Umsetzung mehrerer Unternehmen Wert gelegt. Das didaktische Konzept wird an die Bedürfnisse der Teilnehmer*innen angepasst, wobei jedoch ein großer Teil der Lehre in Form von Fallbeispielen und praktischen Übungen durchgeführt wird.

Basis- und Vertiefungsmodule

Im Basismodul werden an 4 Tagen insbesondere die Themen nachhaltige Transportketten und –netzwerke, nachhaltige "Last Mile" und Stadtlogistik, intermodale Knotenpunkte und umweltfreundliche Transportmittel und –medien vor dem Hintergrund der Digitalisierung bearbeitet. In den neun zweitägigen Vertiefungsmodulen gibt es im Anschluss die Möglichkeit einzelne Themen genauer zu betrachten. Die Details zu den Modulen haben wir im Text weiter unten aufgelistet.

Anwendungsmöglichkeiten

Die Expert*innen der Hochschulen und der Industrie vermitteln Grundlagen und aktuelle Forschungserkenntnisse. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen werden Anwendungsbeispiele erarbeitet und mögliche Handlungsweisen aufgezeigt werden, mit denen das Logistikunternehmen nachhaltig auf einem dynamischen Markt bestehen kann.

Erfahrungsaustausch und weitere Kooperationen

Neben dem direkten Einfluss des gewonnenen Wissens auf die Umsetzung im eigenen Unternehmen, fördert das Qualifizierungsnetzwerk „DeNaLog“ den Erfahrungsaustausch und die Kooperation aller beteiligten Partner*innen und kann infolge dessen zu weiteren Projekten insbesondere im Bereich der nachhaltigen Digitalisierung und eCommerce‐Logistik führen.

Vernetzung und Schulungen durch den VNL

Der Verein Netzwerk Logistik unterstützt die Schulungsinitiative mit seinen Mitgliedern bei der Vernetzung und Suche nach Projektpartnern sowie durch Wissenstransfer bei (zukünftigen) Schulungen.

Deadline und Schulungszeiten

Laufzeit der Schulungen: von 1.3.2021 bis 28.2.2023; Deadline für die Anmeldung der teilnehmenden Unternehmen: 17. August 2020

Das Projekt ist auf 2 Jahre ausgelegt und bietet insgesamt 22 Ausbildungstage. Dabei ist die Teilnahme am Basismodul mit 2 x 2 Tagen verpflichtend; die Vertiefungsmodule mit einer Dauer von je 2 Tagen können zusätzlich fakultativ besucht werden. Die einzelnen Module werden überwiegend an der Universität Innsbruck, der FH Salzburg und der FH Oberösterreich angeboten.

Kontakt

Bei Fragen zum Projekt wenden Sie sich bitte an Elisabeth Thompson (elisabeth.thompson@uibk.ac.at; Mobil: 0676 872539403)


Die Module des Schulungsprogrammes

1. Grundlagen und aktuelle Forschungserkenntnisse zu digitaler Güterlogistik

(2 mal 2 Tage, UIBK, FH Salzburg, FH OÖ)

Neben dem hohen Kostenwettbewerb sehen sich Logistikunternehmen zunehmend mit Fahrverboten und auch fehlender Akzeptanz der Bevölkerung konfrontiert.

Digitalisierung und eCommerce bringen neue Möglichkeiten und Herausforderungen für den Wunsch nach nachhaltigen Logistikkonzepten vor allem in der Stadt und einer nachhaltigen „Last Mile“. Diese Diskussionsthemen werden in den Einführungstagen behandelt.

Die Basistage dienen dabei auch dem gemeinsamen Erfahrungsaustausch und dem Angleichen des Wissensstands der Teilnehmer*innen. Kurze Beiträge zu den Vertiefungsmodulen (ca. 30 Minuten pro Thema) runden die Tage ab.

2. Plattformen und Geschäftsmodelle

2 Tage, FH OÖ

Die Logistik kann sich der zunehmenden Digitalisierung und dem damit einhergehenden Siegeszug der Plattform-Ökonomie nicht entziehen. Vielmehr kann die Logistik selber als Schlüsselbranche der Plattformökonomie dienen. Digitale Transformation, Künstliche Intelligenz und „Internet of Everything“ lassen völlig neue Geschäftsmodellinnovationen entstehen.

3. Risiko Management/Lieferketten

2 Tage, FH Salzburg

Versorgungssicherheit durch verlässliche Lieferungen auch in schwierigen Zeiten zu ermöglichen, ist eine der Kernaufgaben im Supply Chain Risk Management. Welche Risiken dabei besonders zu beachten sind und welche Methoden und Konzepte es gibt um die Versorgungsprozesse widerstandsfähig (resilient) zu machen, erfahren Sie in diesem Vertiefungsmodul.

4. Logistiker 4.0

2 Tage, FH Salzburg

Die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung der Logistik verändern auch die notwendigen Qualifikationen und Anforderungen an die Logistiker der Zukunft. Die gezielte Förderung der persönlichen, fachlichen und methodischen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter spielt dabei eine entscheidende Rolle. Mittels Employer Branding können Sie Einfluss darauf nehmen, wie ihr Unternehmen am Arbeitsmarkt und als Arbeitgeber wahrgenommen wird.

5. Alternative Antriebssysteme und Fahrzeugtechnologie

2 Tage, FH Salzburg

Verschiedene Antriebssysteme wie Elektroantrieb, Brennstoffzellen oder Gasmotoren werden vor dem Hintergrund einer zunehmenden Ökologisierung der Logistik vorgestellt und diskutiert. Welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen, ab wann und für welche Anwendungen diese geeignet sind und welche Auswirkungen das auf die notwendige Verkehrsinfrastruktur hat erfahren sie im Vertiefungsmodul "Alternative Antriebssysteme und Fahrzeugtechnologien".

6. Autonomes Fahren

2 Tage, FH OÖ, JKU Linz

Der Transport der Zukunft ist intelligent, vernetzt, automatisiert. Innovative Lkw-Konzepte setzen im Güterverkehr völlig neue Maßstäbe. Ob im Fernverkehr oder in urbanen Last-Mile-Konzepten wird der Güterverkehr von morgen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit sowie Sicherheit disruptive Veränderungen für die Disziplin Logistik bringen. Wann wir tatsächlich die ersten autonom fahrenden LKW auf Österreichs Straßen erleben werden bzw. was der aktuelle Entwicklungsstand ist, erfahren Sie in diesem Vertiefungsmodul.

7. Data Mining, Cyber Security und Safety

2 Tage, FH OÖ, V-Research

Für eine umfassende nachhaltige Digitalisierung werden Wertschöpfungsprozesse standardisiert, hoch automatisiert und IT-seitig miteinander vernetzt. Dadurch können Möglichkeiten für die rechnergestützte Optimierung aber auch Data Science geschaffen werden. Aufgrund der zusätzlichen Digitalisierung müssen aber auch Cyber Risiken wie Hacker-Angriffe, Computer-Viren, Phishing und ähnliche Erscheinungen berücksichtigt werden. Diese fallen nicht mehr nur in die Verantwortung von IT-Abteilungen. Vielmehr gehen diese Risiken über Unternehmensgrenzen hinweg und betreffen daher zunehmend das Supply Chain Management. Hacker-Angriffe auf Kunden und Lieferanten haben mittlerweile auch häufig direkte Auswirkungen auf Supply Chain Partner. Gesamthafte Ansätze sind daher unabdingbar um Systemkomplexitäten und zugehörige Schwachstellen über Unternehmensgrenzen hinweg zu berücksichtigen.

8. Verkehrssysteme, Infrastruktur und Regularien

2 Tage, UIBK

Zunehmender Verkehr, Stauungen und damit verbundene (Umwelt-) Probleme im Straßenverkehr führen zu Maßnahmen, welche die Verkehrssysteme in Zukunft verändern. Stand früher der Ausbau der Infrastruktur im Vordergrund, werden heute häufig Maßnahmen zur Steuerung und Lenkung des Verkehrs durch Verkehrsmanagementsysteme und Regularien umgesetzt. In diesem Vertiefungsmodul wird erörtert, wie und warum sich die Verkehrssysteme und Rahmenbedingungen in Zukunft verändern und welche Möglichkeiten und Herausforderungen dabei die Digitalisierung mit sich bringt.

9. Kunden-/Käufer-/Versender-Verhalten

2 Tage, UIBK

Entwicklungen wie e-Commerce bewirken eine wesentliche Veränderung von Kundenerwartungen und des Käuferverhaltens, auf das die Versender entsprechend reagieren müssen. Gleichzeitig steigt das Bewusstsein für die Umwelt und für die Reduktion von Lieferverkehren, Verpackungsmüll und Ressourcenverbrauch. Wie ist dieser Widerspruch zu bewerten? Welche Vorteile können Konzepte der Nachhaltigkeit für die Unternehmen bedeuten? Dieses Vertiefungsmodul liefert entsprechende Antworten.

10. Green and Smart Logistics

2 Tage, FH OÖ

Smart Logistics bedeutet die Optimierung der Logistikprozesse durch den umfassenden Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (kurz: IKT). Das Ziel von Smart Logistics ist eine durchgängige Vernetzung des Informations- und Materialflusses, um Logistikprozesse – im Sinne der inhaltlichen Ziele - effizienter planen, steuern und anpassen zu können. Diese Logistikprozesse im Sinne unserer gesellschaftlichen Verantwortung nicht nur smart, sondern auch nachhaltig zu gestalten, ist der Kerninhalt dieser Vertiefung.

Zielgruppe: Dieses digitaltechnologisch orientierte Qualifizierungsnetzwerk bietet Weiterbildung für Geschäftsführer*innen, Logistikmanager*innen, Mitarbeiter*innen im Expedit und der Disposition, Warehouse und Intra‐Logistiker*innen, Logistik‐Prozessexpert*innen, Spediteur*innen, Qualitätsmanager*innen und IT Mitarbeiter*innen von Logistikunternehmen.

Bei Fragen zum Projekt steht Ihnen Elisabeth Thompson der Universität Innsbruck gerne zur Verfügung.

Per E-Mail kontaktieren

Veranstaltungen

Logistik-Forum Wien, Konzernzentrale der Österreichischen Post AG
Logistik-Forum Graz, Raiffeisen Landesbank Raaba
Powerday Transportmanagement, Stahlwelt Linz
Infoveranstaltung: Regionale Wertschöpfungsketten als Treiber von Sicherheit und Nachhaltigkeit, Design Center Linz
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