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18
Nov
2020

Pilotstudie zur chinesischen Belt-Road-Initiative (BRI)


  • China – Gewinner der Corona-Krise
  • Corona überstrahlt das strategische Thema "Belt Road Initiative"
  • Die heimische Industrie verliert die Wettbewerbsfähigkeit aus Unwissenheit
Pilotstudie zur chinesischen Belt-Road-Initiative (BRI)
Die vielgezeigte Darstellung der Belt-Road-Initiative als Transportverbindung gibt nur unzureichend wieder, worum es sich wirklich handelt – nämlich um den eisernen Plan der wirtschaftlichen Weltherrschaft! Grafik: Shutterstock

Die Belt Road-Initiative im Covid-19-Jahr – läuft uns China in der Krise davon?

Noch vor dem Ausbruch der Covid-19-Krise hat der Verein Netzwerk Logistik die FH des BFI unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Breinbauer beauftragt, eine Pilotstudie zur chinesischen Belt-Road-Initiative (BRI) samt Chancen und Perspektiven für Industrie, Handel und Logistikdienstleistung zu erstellen.

Das Wissen über die Vorhaben der VR China zu den Industriestrategien (Made in China 2025, Chinese Standards 2035) und der Seidenstraßen-Strategie, die unter BRI subsumiert werden, ist erschreckend unzureichend, was mittel- bis langfristig erhebliche wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen kann.

"Wer die BRI auf den Infrastrukturausbau beschränkt, verpasst womöglich die großen Chancen, die diese Initiative v.a. für europäische Industrieunternehmen bietet."

Covid-19 ist in der Wirtschaft allgegenwärtig. Lockdown, politische Ankündigungen und Maßnahmen und bestenfalls zaghafte Konjunkturprognosen beherrschen die aktuelle Berichterstattung.

China ist Gewinner der Corona-Krise. Wie Ökonom Prof. Gabriel Felbermayr beim Österreichischen Logistik-Tag ausführte, treffe die Wirtschaftskrise die Konkurrenz härter. China habe sich schnell erholt, der Corona-bedingte Rückgang des chinesischen BIPs werde für 2021 nur drei Prozent ausmachen. Zudem werde die VR China auch heuer ein Wirtschaftswachstum von 2-3 Prozent erzielen.

War die Seidenstraße-Initiative schon vorher nur unzureichend den Unternehmen und medial auf der Agenda, ist sie angesichts der gegenwärtigen Umstände komplett untergegangen. Dabei sollten die Konsequenzen von BRI wieder auf die unternehmerische Agenda kommen

"Die chinesische Belt and Road Initiative umfasst weitaus mehr als neue Straßen und Bahnstrecken", merkt Prof. Dr. Breinbauer an. "Wer die BRI auf den Infrastrukturausbau beschränkt, verpasst womöglich die großen Chancen, die diese Initiative v.a. für europäische Industrieunternehmen bietet."

Wesentliche Erkenntnisse aus der Studie:

  • Die Seidenstraßen-Initiative wird zumeist als Infrastruktur-Projekt oder neuer Transportweg verstanden, diese ist aber nur der sichtbare Teil der BRI.
  • Die befragten Industrieunternehmen sehen sich zur BRI nicht nur tendenziell schlechter informiert als die heimischen Logistikdienstleistungsunternehmen, auch die Verlinkungen der BRI zu anderen wichtigen chinesischen Strategien wie der der Industriestrategie „Made in China 2025“ (MIC25) oder „Chinese Standards 2035“ bzw. „Internet plus“ sind weitgehend unbekannt.
  • Um die Transformation zur Industriemacht zu schaffen, setzt China auf Entwicklung und Fortschritte in den folgenden zehn Schlüsselindustrien: Maschinen für die Landwirtschaft; Schiffbau und Meerestechnik; Energieeinsparung und Elektromobilität; Informations- und Kommunikationstechnologien der neuen Generation; High-End gesteuerte Werkzeugmaschinensysteme und Robotertechnologie; Elektrizitätsanlagen; Anlagen für Luft- und Raumfahrttechnik; Neue Werkstoffe und Materialien; Moderne Anlagen für den Schienenverkehr und Biomedizin und High-Performance Medizingeräte.
  • Die befragten Industrieunternehmen sehen einen Konkurrenznachteil gegenüber den vor allem staatlich dominierten chinesischen Unternehmen. Einerseits in China selbst, wo sie – außer in Partnerschaft mit chinesischen Unternehmen vor Ort – nicht den gleichen Marktzugang hätten, wie umgekehrt chinesische Unternehmen in Europa.
  • Industrie- und Handelsunternehmen wollen mehr Information in Form von Infoveranstaltungen bzw. Informationen der Interessensvertreter.

Die Studie zum Download

Kontakte für Sie

Prof. (FH) Dr. Andreas Breinbauer

Rückfragen zur Studie bitte beim Studienautor:

Rektor (FH) Prof. (FH) Dr. Andreas Breinbauer
Leiter der FH-Studiengänge Logistik und Transportmanagement (Bachelor u. Master)
Fachhochschule des BFI Wien – Hochschule für Wirtschaft, Management & Finance
Tel.: +43/1/720 12 86-60
Mobil: +43 650/86 30 231
E-Mail: andreas.breinbauer@fh-vie.ac.at
www.fh-vie.ac.at

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