Lade Veranstaltungen

Österreichischer Logistik-Tag 2026

Startseite > Rückblicke > Österreichischer Logistik-Tag 2026

Im Umbruch agieren

Wer seine Lieferkette nicht beherrscht, verliert an Tempo, Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit. Diese Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch den 33. Österreichischen Logistik-Tag am 18. Juni 2026 im Design Center Linz. Unter dem Leitmotiv „Im Umbruch agieren“ wurde deutlich: Logistik ist längst keine operative Nebenfunktion mehr. Sie ist ein strategischer Standortfaktor – für Unternehmen, Industrie, Versorgungssicherheit und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Österreich.

Nach dem Logistik-Future-Lab am Vortag stand beim Österreichischen Logistik-Tag die Umsetzung im Mittelpunkt.

Die großen Fragen waren gesetzt:

  • Wie bleiben Supply Chains trotz Disruption steuerbar?
  • Wie wird aus E-Trucking ein wirtschaftlich tragfähiger Regelbetrieb?
  • Wie steigern neue Technologien Produktivität und Sicherheit in der Intralogistik?
  • Wie lassen sich Handels-Supply-Chains mit KI und Automatisierung verbessern?
  • Und welchen Mehrwert bringt Visibility in intermodalen Transportketten wirklich?

Franz Staberhofer, Obmann des VNL Österreich, eröffnete den Tag mit einem klaren Appell: Nach dem Erkennen und Entscheiden müsse nun das Handeln folgen. Technologie sei nur dann relevant, wenn sie in Beschaffung, Produktion, Lager, Transportnetzwerken und Qualifikation konkret Wirkung zeigt. Künstliche Intelligenz, Robotics, digitale Steuerung und Echtzeitdaten sind keine Selbstzwecke. Erst wenn sie mit Erfahrung, Führung und Zusammenarbeit verbunden werden, entsteht echte Produktivität.

Auch die politische Dimension war sichtbar. Die Teilnahme von Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer unterstrich, dass Logistik heute eine industrie- und standortpolitische Kernfrage ist. Wer Versorgungssicherheit, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit stärken will, muss Lieferketten strategisch denken – nicht erst im Krisenfall, sondern im laufenden Betrieb.

Die Keynotes zeigten die Spannweite der Herausforderungen:

  • Kai Olschner von DP World sprach über globale Supply Chains im Wandel und darüber, wie Netzwerke aufgebaut sein müssen, damit Handel auch unter Druck in Bewegung bleibt.
  • Florian F. Iro von Werner & Mertz zeigte, wie zirkuläre Wertschöpfung zum Wettbewerbsvorteil werden kann.
  • Gabriel Felbermayr vom WIFO ordnete globale Ungleichgewichte ein und machte deutlich, warum wirtschaftliche Verschiebungen unmittelbar auf Lieferketten durchschlagen.

In den Fachsessions wurde der Umbruch greifbar:

  • Bei „Disruption und Komplexität“ ging es um Halbleiter-Lieferketten, datengetriebene End-to-End-Planung, VMI-Modelle, Bestandsstrategien und geostrategisches Risikomanagement. Infineon, Polytec und Kapsch TrafficCom zeigten, dass Steuerbarkeit heute Transparenz, Flexibilität und frühe Risikowahrnehmung verlangt. Effizienz allein reicht nicht mehr. Entscheidend ist, wie rasch Unternehmen Nachfrage, Kapazitäten, Beschaffung und Lieferantenrisiken aufeinander abstimmen können.
  • Beim Schwerpunkt E-Trucking wurde klar: Der Weg vom Pilotprojekt zur Realität führt über das Gesamtsystem. Daimler Truck zeigte Praxiserfahrungen aus der Automobillogistik. Schachinger Logistik machte deutlich, dass elektrische Schwerverkehrslogistik nur dann skalierbar wird, wenn Fahrzeug, Ladeinfrastruktur, Energieversorgung, Speicher, Routenplanung und Logistikpartner zusammenspielen. Dekarbonisierung wird damit zu einer Frage der Systemarchitektur – nicht nur der Antriebstechnologie.
  • Auch in der Intralogistik verlagerte sich der Blick von der einzelnen Technologie auf messbare Wirkung. Digital Twins, Echtzeitdaten, Power Apps, KI-Chips, AI-Safety, neue Automatisierungslösungen und intelligente Palettentransportsysteme zeigten, wie Prozesse simuliert, Engpässe früher erkannt und Mitarbeitende besser unterstützt werden können. Entscheidend ist nicht, dass ein Lager digitaler wird. Entscheidend ist, ob Durchsatz, Sicherheit, Flächennutzung und Prozessqualität steigen.
  • Im Handel rückte die Verbindung von Prognose, Automatisierung und physischer Umsetzung in den Vordergrund. Die Schwarz Gruppe zeigte, wie KI-gestützte Forecasts Kundenbedarfe präziser erfassen und Supply Chains entlasten können. El Corte Inglés und KNAPP veranschaulichten, wie datengetriebene Grocery-E-Commerce-Modelle von der Bestandssteuerung über die Kommissionierung bis zur letzten Meile skalieren. Aus Daten werden erst dann Vorteile, wenn sie operativ wirksam werden.

Der Österreichische Logistik-Tag 2026 machte damit deutlich: Resilienz entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch belastbare Netzwerke. Produktivität entsteht nicht durch Schlagworte, sondern durch Umsetzung. Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Absichtserklärungen, sondern durch wirtschaftlich tragfähige Systeme. Und Wettbewerbsfähigkeit entsteht dort, wo Unternehmen Technologie, Menschen, Prozesse und Partnerschaften intelligent verbinden.

Das Fazit aus Linz: Wer im Umbruch agieren will, muss Lieferketten als Führungsaufgabe verstehen. Nicht als Kostenblock. Nicht als reine Effizienzmaschine. Sondern als strategisches Netzwerk, das Versorgung sichert, Wertschöpfung ermöglicht und Zukunftsfähigkeit schafft.

Am Tag vor dem 33. Österreichischen Logistik-Tag fand das Logistik-Future-Lab und die Verleihung des Österreichischen Logistik-Preises 2026 statt.

⇒ zum Rückblick Logistik-Future-Lab 2026

⇒ zum Rückblick Österreichischer Logistik-Preis 2026 & VNL-Logistik-Sommerfest 2026

Danke an unsere
AUSSTELLER / SPONSOREN / MEDIENPARTNER

Diese Veranstaltung wurde
organisiert von…

Mag. Oliver Mayr

Netzwerkmanager

Regina Rotterbauer

Administration und Teilnehmerverwaltung

Hier geht's zum aktuellen Termin

16.-17.Juni 2027

Logistik-Future-Lab & Österreichischer Logistik-Tag 2027

16.06.2027 08:30 - 17.06.2027 17:15

Linz

Werden Sie Teil des
Verein Netzwerk Logistik